Rückblick 3. Quartal 2026
Anleihen standen im dritten Quartal 2026 unter Druck. Höhere Energiepreise verstärkten die Inflationssorgen, und die am Markt verlangten Renditen stiegen. Für bestehende festverzinsliche Anleihen bedeutet das bei ansonsten gleichen Bedingungen fallende Kurse. Ihre festen Zinszahlungen werden im Vergleich zum höheren Marktzins weniger attraktiv.
Im September erhöhte die Europäische Zentralbank ihren Einlagensatz auf 2,50 %. Das ist der Zins für Einlagen, die Banken über Nacht bei der Zentralbank halten. Die jährliche Inflation im Euroraum lag bei 3,8 %. Die Renditen europäischer Staatsanleihen stiegen. Französische Staatsanleihen standen zusätzlich wegen Sorgen um den Staatshaushalt und die politische Lage unter Druck.
Die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen stieg von 4,44 % Ende Juni auf 4,75 % Ende Juli. Ende August lag sie ebenfalls bei 4,75 %, Ende September bei 5,29 %. Der Unterschied zwischen den beiden Quartalsenden beträgt 0,85 Prozentpunkte. Vor allem länger laufende Anleihen reagierten empfindlich.
Auch Unternehmensanleihen litten unter höheren Zinsen und teilweise steigenden Risikoaufschlägen. Diese Aufschläge sind die zusätzliche Rendite gegenüber einer Vergleichsanleihe, die Anleger unter anderem für höhere Kreditrisiken verlangen. Bei Anleihen aus Schwellenländern unterschieden sich die Ergebnisse stark nach Land. Laufende Zinserträge konnten die Kursverluste nicht überall ausgleichen. Für die Quartalsbilanz waren daher Zinsen und Kursveränderungen gemeinsam ausschlaggebend.
Ausblick – Rentenmärkte
Für Anleihen könnte das Umfeld zunächst anspruchsvoll bleiben. Hohe Energiepreise, große Kreditbedarfe der Staaten und eine auf die Eindämmung der Inflation ausgerichtete Geldpolitik sprechen dafür, dass die Marktrenditen länger erhöht bleiben könnten.
Für neue Anlagen eröffnet das höhere Renditeniveau bessere Ertragsmöglichkeiten. Bereits gehaltene festverzinsliche Anleihen können bei weiteren Renditeanstiegen jedoch an Wert verlieren. Bei vergleichbarer Ausgestaltung reagieren kürzere und mittlere Laufzeiten meist weniger stark auf Zinsänderungen als lange Laufzeiten.
Neben der Laufzeit kommt es darauf an, ob ein Staat oder Unternehmen seine Zinsen und Schulden zuverlässig bezahlen kann. Bei Unternehmensanleihen mit niedrigerer Bonität können neue Kredite besonders teuer werden. Die höheren Renditechancen solcher Hochzinsanleihen müssen deshalb gegen das höhere Ausfallrisiko abgewogen werden.
Geringe Risikoaufschläge lassen zudem weniger Raum für zusätzliche Kursgewinne allein durch weiter sinkende Aufschläge. In Schwellenländern können eine verbesserte Wirtschaftslage und eine glaubwürdige Finanzpolitik Chancen eröffnen. Wechselkurse und politische Entwicklungen bleiben wichtig. Die gezielte Kombination von Laufzeiten, Ländern und Kreditqualitäten bildet damit die Grundlage für die Auswahl.